Phönixhike’08: Ein Winterhike im Frühling

Schon zu Beginn diesen Jahres stand fest: Wir werden aufstufen. Dies teilten uns unsere Pfadfinderleiter schon früh mit. Doch wie genau das aussehen sollte, darüber wollten sie zunächst noch keine Aussage machen. Doch schon bald darauf eröffneten sie uns die große Neuigkeit. Wir werden in der zweiten Woche der Osterferien ein Hike, also eine Wanderung durch Teile des Saarlandes unternehmen. Was für eine Nachricht, war dies doch unsere erste mehrtägige Aktion außerhalb der Stammesaktionen. Schon die Gruppenstunden vor dem Hike bereiteten uns auf die kommende Tour vor. Wir lernten, den Halstuchknoten zu binden (natürlich wussten wir da noch nicht, für was wir das brauchen würden), und wie man sich mit Karte und Kompass orientiert. Und dann war es soweit. Dienstags nach Ostern trafen wir uns morgens um halb neun an unserem Gruppenraum im Illinger Pfarrheim, um dort gemeinsam auftzubrechen. Aber, was war das? Schnee? Ende März? Dabei war eigentlich ein Frühlingshike geplant. Doch davon ließen wir uns natürlich nicht abschrecken. Handschuhe, Schal und Mütze wurden ausgepackt und trotz des schlechten Wetters losmarschiert.

Unsere erste Station die Jugendherberge in Tholey. Dort oben auf dem Schaumberg lag natürlich noch mehr Schnee als bei uns im Illtal, was den Anstieg auf den Berg leicht erschwerte. Aber dennoch schafften wir es. Erleichtert, die erste Strecke überstanden zu haben, genossen wir den Luxus der Jugendherberge, das vorgekochte Essen, die Spiele, das Bistro. Wir wussten, dass unsere nächsten Stationen dies nicht mehr boten, schliefen wir doch die nächsten beiden Nächte auf Bauernhöfen. Das war allerdings eine besondere Erfahrung, schließlich kann in Jugendherbergen ja jeder schlafen.

Aber dass man es sich im Heu im Schuppen gemütlich gemacht hat, kann bei weitem nicht jeder von sich behaupten. Am dritten Tag unserer Wanderung mussten wir dann aber zum ersten Mal das Zelt aufbauen, als wir auf einer Pferdekoppel übernachteten. Hier wollten wir eigentlich zum ersten Mal in gemütlicher Runde am Lagerfeuer sitzen, doch leider fiel dies sprichwörtlich ins Wasser. So verbrachten wir den Abend im Zelt und ließen uns den Hackbraten schmecken, der uns gespendet wurde.

Dann, man konnte es kaum glauben, war schon der letzte Tag unseres Hikes gekommen, der Tag, an dem der Höhepunkt und gleichzeitig der Anlass unserer Fahrt stattfinden sollte. Die Aufstufung von der Jungpfadfinderstufe zum Pfadfinder auf dem Pfadinderzeltplatz in Friedrichthal. Nach drei Jahren Jufizeit (im Alter von 11 – 13) folgt nun endlich der Schritt zum Jugendlichen, zum Pfadfinder (14 – 16 Jahre), welcher eine ganze Reihe neuer Möglichkeiten öffnet.

Daher kann man unsere Aufregung wohl verstehen. Leider konnten wir wieder nicht am Lagerfeuer sitzen wie es bei Versprechensfeiern und Aufstufungen üblich ist, da uns das Wetter wieder nicht gesonnen war. So waren wir gezwungen, nach der um die 70 Kilometer umfassende Gesamtstrecke, die wir zurückgelegt hatten, noch die letzte Prüfung zu bestehen, die uns noch vom grünen Halstuch trennten. Wir sollten uns aus Lederbändern einen Halstuchknoten binden. Mehr oder weniger meisterten wir allerdings auch diese letzte Hürde noch, und heute sind wir Pfadis.
Am nächsten Morgen wurden wir dann von unseren Eltern abgeholt. Aber wir werden diese Tour wohl nicht so bald vergessen.

Weil es so schön war, mussten wir natürlich ein Nachtreffen organisieren. Dies fand im April in unseren Gruppenräumen im Illinger Pfarrheim statt. Da wir über das ganze Hike nicht ein einziges Mal am Lagerfeuer sitzen konnten, mussten wir dies natürlich nachholen. Zudem waren zwei von uns noch gar nicht aufgestuft, da sie am Hike leider nicht teilnehmen konnten. Auch das holten wir nach. Anschließend ließen wir es uns bei SingStar und Stockbrot einfach nur gut gehen und referierten mit den Bildern, die wir uns anschauten, noch einmal die Wanderung.

Wir haben vor, auch in nächster Zeit noch viele Aktionen zu unternehmen. Schließlich sind wir jetzt Pfadfinder und haben mit dem Hike bewiesen, was in uns steckt.

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