Holland Fahrt

„Nordwärts, nordwärts woll’n wir ziehen …“

Holland-2015-003In der letzten Woche der Sommerferien (29.08. – 04.09.2015) packte die Pfadfinder – und die Roverstufe des Illinger Pfadfinderstammes wieder einmal das Reisefieber. Diesmal ging es nach Holland. Kein gewöhnlicher Trip, sondern eine Mischung aus Zeltlager und Trekking – Tour war geplant. Eine Woche voller Natur, Abenteuer und Erlebnisse sollte es werden. Insgesamt waren 10 Mädels und Jungs im Alter von 13-16 Jahren mit ihren zwei Gruppenleitern mit Kleinbus und PKW unterwegs.

Erstes Ziel war Haarlem (480 km) in der Nähe von Amsterdam. Nach 6,5 Stunden Fahrt kamen wir – schon sehr müde – dort an und bauten unser Lager für die Nacht auf. Der Pfadfinderzeltplatz „Het Naaldenveld“ war sehr gemütlich und idyllisch. Ein Teil der Gruppe fand die Umgebung mit vielen Bäumen, versteckten Waldwegen und dem nicht scheuen Wild in der Nähe so toll, dass sie gleich ein kreatives „10 Arten von Pfadfindern“-Video drehten. Abends beim gemeinsamen Kochen wurde viel gelacht und viel Aufregung und Vorfreude war spürbar. Es war das erste Mal, dass diese Gruppe ein Lager im Ausland verbrachte. Der erste Abend war erwartungsgemäß früh zu Ende.Holland-2015-002 Holland-2015-004 Holland-2015-005 Holland-2015-006 Holland-2015-007 Holland-2015-008

Tags darauf wurden alle Zelte abgebrochen, alles wieder verstaut und es ging zu Fuß nach Amsterdam (ca. 17 km), wo wir eine Nacht im Hostel übernachteten. Allerdings war der Weg dorthin schon fast Überlebenstraining: wir liefen auf Fußgänger – und Fahrradwegen. Allerdings erschraken wir ständig, denn die wenigsten Radfahrer besitzen dort eine Klingel und die wenigsten Motorräder eine Hupe. So war schnell klar: Wir nehmen einen anderen Rückweg! Amsterdam selbst bot viele tolle Eindrücke: Während einer Grachtenfahrt durch Klein – Venedig konnten wir viele Sehenswürdigkeiten besichtigen und uns ein wenig von den Strapazen der Wanderung erholen. Danach ging es auf eigene Faust los. Wie typische Touristen klapperten wir Souvenirshops ab, schoben uns durch enge Gassen und fanden ein kleines uriges Restaurant, dass nur 2,5 m breit war,
dafür aber 10 m lang. Bis spät abends erkundeten wir die Stadt und fielen dann ins Bett.

Am darauffolgenden Tag (31.08.2015) war Regen gemeldet. Da wir den Weg zurück möglichst trocken überstehen wollten, machten wir uns früh auf zu den Autos (Rückweg war ja wieder 17 km).  Die Stimmung war aber nach wie vor klasse, auch wenn der ein oder andere von körperlichen Leiden vom Vortag geplagt wurde (Muskelkater, Blasen…). Diesmal auf besagtem Alternativweg.

Am Auto angekommen machten wir uns auf den Weg zum Scoutcentrum Rotterdam (70 km). Kaum im Auto, regnete es Hunde und Katzen vom Himmel und ein Gewitter brach los. Waren wir froh, uns morgens gleich auf den Rückweg gemacht zu haben! Uns war klar, unser neues Zelt ist zwar sehr platzsparend, aber den Unwetterwarnungen würden die dünnen Nähte nicht lange standhalten. Deshalb machten wir uns auf die Suche nach einem Baumarkt – nur hat Holland keine Baumärkte. Bis wir Passanten erklärt hatten, dass wir LKW – Planen suchten, dauerte es. Aber wir wurden fündig und richteten uns in Rotterdam sofort (unter strömendem Regen) so ein, dass uns das Wetter nichts mehr anhaben konnte: Das Zelt wurde mit der Plane überdacht, genauso das Lagerfeuer. Und die Wetterprognosen für die kommenden Tage waren ebenfalls sehr bescheiden. An dieser Stelle kam bei Einigen zum ersten Mal Heimweh auf. Aber mit Unterstützung der anderen änderte sich das oft schnell wieder. Abends wurde gemeinsam auf dem Feuer gekocht und den Abend danach mit „Werwölfe von Düsterwald“ verbracht, einem strategischen Gruppenspiel, das erst im Dunkeln so richtig Laune macht. Die Erwartungen, andere Pfadfinderstämme zu treffen, wurden enttäuscht, da die meisten Länder in dieser Woche leider schon Schule hatten. So waren wir auf jedem Platz auch fast alleine und die letzte Gruppe der Saison.

Da Rotterdam in der Nähe des Strandes liegt, machten wir uns am nächsten Tag (01.09.2015) dorthin auf. Zwar war es höchstens 15 °C, aber ein paar „Eisenharte“ wollten es sich nicht nehmen lassen, ins Meer schwimmen zu gehen. Ihnen wurde die Bewunderung derer zu Teil, die warm eingepackt und vor Kälte schnatternd am Strand zusahen   Dieser Abend war der, auf den sich drei Gruppenmitglieder schon längere Zeit gefreut hatten: Es war Abend, an dem ein Gruppenmitglied neu in die Pfadfinderstufe (13 – 16 Jahre) eingestuft und zwei Gruppenmitglieder vom Pfadfinder zum Rover (16 – 18 Jahre) aufgestuft werden sollten. Eine Aufstufung zum Rover bedeutet bei uns immer eine kleine „Prüfung“. So mussten diesmal zwei Knoten und das Pfadfinderlied vorgeführt werden, es gab ein Quiz und bei einem Hubschrauberabsturz mussten Verletzte via Erste – Hilfe – Maßnahmen versorgt werden. Dabei wurde mit am meisten gelacht, denn die Aufzustufenden wurden mit den zwei schon vorhandenen Rover ausgesetzt und mussten den Weg zu den Stationen selbst finden, während alle anderen die Stationen im Sonnenuntergang mit Leben füllten. Das anschließende Pfadfinderversprechen machte die Aufstufungen vollkommen. Jeder erhielt stolz seinen Stufenschal und die Stimmung war am Höhepunkt.

Am nächsten Tag (02.09.2015) ging es mit teils nassem Gepäck und nach wie vor guter Laune nach Veere (125 km) zum Scoutcentrum Zeeland. Dieser Tag war erstaunlicherweise sonnig und trocken. In diesem Scoutcentrum hatten wir den mit Abstand tollsten Platz: es gab viel Pionierholz zum Bauen von Lagermöbeln, einen Raum voller Kühlschränke zum Benutzen, der Platz liegt direkt am Wasser – ein langer Steg führt hinein, sodass man nicht über den mit Austern besetzten Meeresboden gehen muss, im Wasser gab es interessante Krebse, einige übten sich motiviert in Knotenkunde und wir hatten Pfadfinder – Nachbarschaft aus Hessen. Wir blieben auch hier zwei Tage. Tagsüber stand Lagerleben im Vordergrund: auf dem
Feuer kochen, Kleider trocknen, schnitzen, knoten … und Feuer machen. Das erwies sich während der ganzen Tour von Tag zu Tag als schwieriger, denn auch das Feuerholz war nass. So stellten wir fest, dass sich zum Anzünden von nassem Holz zerfranste Tampons sehr gut eignen! Jeder hatte seine Badesachen dabei und fast alle wollten zumindest einmal im Meer gewesen sein, also war hier die letzte Gelegenheit. Auch wenn es ziemlich kalt war, sprangen die meisten mindestens einmal vom Steg ins noch kältere Wasser. So konnte man tatsächlich erzählen, dass man im Meer war. Abends saßen beide Stämme in gemütlicher Runde am Lagerfeuer zusammen und sangen Fahrtenlieder bzw. spielten „Werwölfe“. Tags darauf wurde etwas wehleidig eingepackt und wir traten die Heimreise an.

Es war ein tolles und spannendes Lager für alle Beteiligten! Wir denken sicher noch lange an die Erlebnisse zurück und freuen uns schon auf unsere nächste Tour – wer weiß, wohin diese dann geht…

Unser Pfadfinderstamm fasst Gruppenmitglieder von 6 bis 18 Jahren, die sich wöchentlich in unterschiedlichen Altersgruppen zusammenschließen. Falls Du Lust hast, mal bei uns vorbeizuschauen, melde dich einfach. Gruppenstunden sind im Moment alle dienstags. Es gibt eine dreimonatige, unverbindliche und kostenlose Schnuppermitgliedschaft, in der Du entscheiden kannst, ob Dir das Pfadfinden Spaß macht oder nicht. Genauso sind wir momentan auf der Suche nach motivierten Gruppenleitern und Gruppenleiterinnen, die gerne eine Gruppe mit betreuen, mit in Zeltlager fahren und auch sonst den Stamm bereichern möchten.

Christian Zeuner: 0 68 25 / 49 05 79

Homepage: www.die-adler-illingen.de

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